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Medienkonsum bei Kindern – Wie viel ist erlaubt?

„Von zu viel Fernsehen, bekommt man viereckige Augen. Was in der Vorstellung erst einmal nur lustig erscheint, ist in Wirklichkeit doch gar nicht so weit hergeholt. Denn übermäßiger Medienkonsum, wie Fernsehen oder die Nutzung von PC und Smartphone kann viele verschiedene gesundheitliche und psychosoziale Folgen für Kinder mit sich bringen. Auch wenn eine ständige Mediennutzung im digitalen Zeitalter wohl einfach dazu gehört, sollten sich Eltern genau informieren und bewusst machen, dass sich Kinder in ihrer sozialen, kognitiven und motorischen Entwicklung von der Flimmerkiste stark beeinflussen lassen. Neben der wichtigen Aufklärung sollten in jedem Fall klare Absprachen in Sachen Mediennutzung mit den Kindern getroffen werden.

Der Medienkonsum von Kindern in Zahlen

Laut dem Internationalen Zentralinstitut für Jugend- und Bildungsfernehen haben über 50% der Kinder zwischen drei und dreizehn Jahren eine eigene Spielekonsole, weit mehr als ein Drittel der Kinder nutzen einen Mp3-Player und schon 31% haben ein Smartphone, das sie regelmäßig nutzen. Ganze 23% der Kinder unter 13 Jahren besitzen ein Fernsehgerät, bei 49 % steht ein Radiogerät im eigenen Zimmer. Auch wenn anzunehmen ist, dass das Hören von kindgerechten Radiosendungen oder Hörspielen weniger schädlich ist, als ständiges Fernsehen oder Aktivitäten an PC und Konsole, muss auch hier klar unterschieden werden. Während das ruhige und aufmerksame Hören einer Geschichte oder eines Hörspiels die Kognition des Kindes fördert, stellt ein hintergründiges „sich berieseln lassen“ ein erhöhtes Stresslevel dar.

Das Maß ist entscheidend

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, gibt zur Mediennutzung von Kindern folgende Empfehlung:

  • Bis sieben Jahre: Maximal 30 Minuten täglich
  • Acht bis neun Jahre: Nicht länger als 45 Minuten Fernsehen oder Internet am Tag
  • Zehn bis elf Jahre: Höchstens eine Stunde Medienkonsum täglich
  • Zwölf bis dreizehn Jahre: Circa 75 Minuten am Tag

Zwar gibt das Ministerium keine Empfehlung für Kinder unter sieben Jahren, jedoch wissen Eltern, dass auch die Kleinsten schon großes Interesse am Fernsehen zeigen. Kleinkinder unter zwei Jahren sollten noch gar keinen Zugang zu Internet und Fernsehen haben, danach ist ein sich steigernder Medienkonsum, angefangen von ca. zehn bis 20 Minuten, im Kleinkindalter unbedenklich.

Medienzeiten und Inhalte absprechen

Wichtig für Eltern und ihre Kinder ist es, Regeln zum Medienkonsum festzulegen. Das heißt, sowohl Nutzungsdauer als auch erlaubte Inhalte werden gemeinsam besprochen und vereinbart. Dabei gilt: Mit steigendem Alter der Kinder darf auch die Zeit des Medienkonsums Schritt für Schritt erweitert werden. Je jünger der Nachwuchs ist, desto eher lässt sich dieser von Medieninhalten beeinflussen. Aus diesem Grund sollten noch kleinere Kinder die digitalen Medien lediglich gemeinsam mit ihren Eltern oder bereits größeren Geschwistern nutzen. Kritische oder schwierige Inhalte können dem Nachwuchs dann verständlich erklärt werden.

Medienmissbrauch und Medienabhängigkeit

Von Medienmissbrauch spricht man, wenn das Kind übermäßig viel Freizeit mit Medien verbringt und dabei Inhalte nutzt, die nicht altersgemäß sind. Die Verantwortung liegt dabei ganz klar bei den Eltern. Es gilt ihnen auf den Medienkonsum des Nachwuchses zu achten. Übermäßiger Konsum von Fernsehen oder Smartphone ist oft ein Resultat von Langeweile. Deshalb sollten Eltern attraktive Alternativen schaffen, um ihre Kinder vor der Abhängigkeit zu schützen. Wenn Kinder kaum mehr anderen Hobbys nachgehen und auf ein Verbot von PC oder Fernsehen übertriebene Reaktionen folgen, kann bereits von einer Abhängigkeit oder Sucht gesprochen werden. Eltern sollten in diesem Fall unbedingt mit dem Kinderarzt sprechen.

Folgen von erhöhtem Medienkonsum

Natürlich können Kinder und ihr Verhalten nicht pauschalisiert werden, allerdings steht fest, dass Medienmissbrauch, auch unter Berücksichtigung psychosozialer Rahmenbedingungen, direkte Auswirkungen auf das Sozialverhalten haben kann. Eine erhöhte Aggressivität sowie das Abschotten von anderen Familienmitgliedern oder Freunden zählen zu den möglichen Symptomen. Auch die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper sinkt oftmals durch das von Medien vermittelte unrealistische Körperbild – vor allem Mädchen sind hiervon betroffen. Folgen können unter anderem Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwächen sein, worunter vor allem die sprachliche und schulische Entwicklung des Kindes leidet. Im schlimmsten Fall können Krankheiten, wie Diabetes und Adipositas gefördert werden. Auch Augenbeschwerden, Kopf-, Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen sowie Muskelskeletterkrankungen, wie das Karpaltunnelsyndrom, können die Folge sein. Nicht selten leiden Kinder auch unter Schlafstörungen.

Kinder vor übermäßigem Medienkonsum schützen

Die aufgeführten Folgen sind Extrembeispiele und nicht jedes Kind ist gleich. Eltern sollten immer individuell darauf achten, wie viel Medienkonsum ihr Kind verträgt. Ein völliges Verbot von Fernsehen und Co. ist auf keinen Fall ratsam. Die Medien sind Teil unserer modernen Welt, Kinder müssen lernen diese im Rahmen eines maßvollen Umgangs zu nutzen, aber eben auch, sich dabei zu schützen. Natürlich ist im Umgang mit Medien immer Vorsicht geboten! So sollte der Nachwuchs das Internet beispielsweise anders nutzen als es Erwachsene tun.

Initiativen und Kindgerechtes Web

Das Internet-ABC informiert Kinder, Eltern und Lehrer über den Umgang mit dem Internet. Dabei werden Materialen für Lehrkräfte geboten und Kinder können unter anderem einen „Surfschein“ machen, einen Führerschein für das Internet. Es gibt auch tolle Lernspiele, einen Hausaufgabenhelfer und einen Recherche-Ratgeber. Die blinde Kuh ist eine Suchmaschine für Kinder, die nur altersgerechte Inhalte anzeigt und unter anderem auch tolle Lernspiele bietet. Auch für Eltern, gibt es im Netz viele Informationen zum Thema Kinder und Medien. Die Initiativen „Gutes Aufwachsen mit Medien“ und „Schau hin! – was dein Kind mit Medien macht“ des Familienministeriums, unterstützen Eltern mit alltagstauglichen Empfehlungen und Angeboten rund um das Thema Internet, Smartphone-Nutzung und Fernsehen.

10 Praktische Eltern-Tipps für einen sinnvollen Medienkonsum von Kindern

  • 1. Beim Medienkonsum Vorbild sein!
  • 2. Medienkonsum nicht verbieten, jedoch auf die Nutzung ausgewählter Medien und Inhalte achten.
  • 3. Mit dem Kind zusammen Sendungen, Spiele oder Apps auf dem Handy aussuchen, die es nutzen darf.
  • 4. Klare Medienzeiten absprechen. Ältere Kinder können sich selbst einen Wochenplan erstellen und die Zeiten ruhig eigenständig einteilen.
  • 5. Internetfreie Zeiten bestimmen, die für alle gelten. Beim gemeinsamen Essen, bei den Hausaufgaben oder beim Familienausflug bleiben die Handys stumm.
  • 6. Inhalte erklären und dem Kind als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
  • 7. Ein Smartphone wird erst für Kinder im Alter zwischen elf und zwölf Jahren empfohlen. Wichtig ist, den Kindern das neue Gerät ausführlich zu erklären, das heißt auch über Gefahren, wie Abo-Fallen und kostenpflichtige Hotlines zu informieren.
  • 8. Auf Datenschutz und Sicherheit des Kindes achten. Entsprechende Filter sollten im Browser oder auf dem Smartphone eingestellt werden.
  • 9. Kinderschutzprogramme nutzen.
  • 10. Eltern sollten sich grundsätzlich mit den Interessen des Kindes auseinander setzen, mit ihm sprechen und wissen, mit wem es gerade Kontakt hat.

Kindern einen angemessenen Umgang mit Medien zu vermitteln ist vor allem in der heutigen Zeit wichtig. Um einen Ausgleich zur digitalen Beschäftigung zu bieten, gilt es Eltern sinnvolle Alternativen zu schaffen. Aktivitäten mit Freunden, das Spielen in der Natur oder gemeinsame Bastelnachmittage mit Malvorlagen von bobini sorgen in dieser Hinsicht für Beschäftigung, bringen Spaß und lassen Smartphone, Tablet und Co. in den Hintergrund rücken.

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